Das Weihnachtskonzert von Clave de Sur

Mein zweites Konzert aus der Sicht eines Lehrers durfte ich vergangenen Donnerstag erleben. Es war ein sehr vielfältiges, aber auch viel zu langes Weihnachtskonzert. Durch die zahlreichen Gruppen und Bands war die Vorbereitung, aber auch die Präsentation spannender und unterhaltsamer als beim letzten Konzert. Auch wir Freiwilligen hatten mit ein paar Ecuadorianern in einer kleinen Band die Bühne kurz gerockt.

Die Vorbereitung

Dadurch, dass das Konzert bereits am Donnerstag stattfand, war die Vorbereitungswoche nur sehr kurz. Nur von Montag bis Mittwoch konnten wir intensiv mit unseren Schülern proben. Zwei Gruppen, die ich hier mit Schülern von Constantin und Robin zusammengestellt habe, haben sich hier zum ersten Mal zusammengefunden. Mit ein wenig mehr Vorbereitung hätte man bestimmt noch mehr herausholen können, aber eine generell größere Vielfalt an Gruppen brachte schöne Abwechslung. So habe ich mit Constantin auch die Bläsergruppe geleitet und Jingle Bells in einer Samba Version einstudiert. Das sah anfangs eher schwierig aus, doch zum Schluss haben alle noch einmal Gas gegeben, sodass ich das auf jeden Fall als Erfolg beim Konzert sehe.

Bereits zwei Wochen zuvor haben wir in einer kleinen Gruppe, bestehend aus den Freiwilligen Constantin (Gesang), Robin (Schlagzeug), Barbara (Piano, Gitarre), mir (Trompete) und den Ecuadorianern John (Bass, Gitarre) und Fabio (Piano, Gitarre), Stücke erprobt. Später stießen noch die ehemalige Freiwillige Marleen (Posaune) und die Eccis Allan (Congas) und James (Gitarre) dazu. Zusammen haben wir in vier Proben super und mit sehr viel Spaß geprobt um auch eine Kleinigkeit beim Weihnachtskonzert aufführen zu dürfen.

Die leere Konzertbühne
Die noch leere Konzertbühne

Der Montag und Dienstag waren demnach sehr voll mit Proben, man kann tatsächlich von einem acht Stunden Arbeitstag sprechen. Hier habe ich alle im Konzert spielenden Schüler vorbereitet und die Gruppenproben abgehalten. Am Mittwoch blieben nur noch zwei weitere Band Proben und schon war es Zeit für das Konzert.

Das Weihnachtskonzert

Gegen sieben Uhr sollte das Konzert beginnen. Hat es natürlich nicht. Noch vor Beginn des Konzerts wurde dieses um eine halbe Stunde nach hinten verschoben. Also durfte um halb acht die erste Gruppe mit La Bamba auftreten. Doch selbst um den Beginn hatten wir bereits Bange, da zwei von drei Schülern bis auf die letzte Sekunde nicht aufgetaucht sind. Und das, obwohl das Konzert in ihrem Unwissen verschoben wurde.

Zwei Personen auf der Bühne
Auftritt von La Bamba

Auch bei dem Auftritt an sich hat man dann leider etwas gemerkt, dass die Schüler erst in der letzten Sekunde erschienen sind. Das Einsingen hat gefehlt und besonders das war auf der Bühne an den schiefen Tönen zu hören. Das zeigt wieder, wie wichtig es ist, sich vor dem Konzert einmal aufzuwärmen, egal mit welchem Instrument. Dann läuft auch alles gleich viel besser.

Zwei Schüler auf der Bühne
Auftritt von Little Drummer Boy

Direkt im Anschluss spielte die zweite Gruppe bestehend aus Piano und Gesang Little Drummer Boy. Dieser Auftritt hatte deutlich besser geklappt und auf diesen folgten viele weitere Einzelauftritte mit Trompete und Klavier.

Dabei war es schön zu beobachten, was man seinen Schülern alles beigebracht hat. Gerade im Vergleich zum vorherigen Prozess. Die meisten haben sich sehr verbessert und können jetzt bereits ein ganz anderes Niveau aufzeigen als noch vor zwei Monaten. Besonders gefreut habe ich mich an der Stelle für einen Schüler, der extrem fleißig an einem Blues am Klavier geübt hatte. Der Auftritt war dementsprechend quasi fehlerfrei. Es war schön, das Stück, dass man selbst vor langer Zeit mal gelernt hatte, an seinen Schüler weitergeben zu dürfen. Da wird sich meine ehemalige Klavierlehrerin freuen, wenn sie die Aufnahme hiervon hört.

Klavierschüler beim Auftritt
Mein Schüler Jonathan spielt den Texas Blues

Auch sehr bewundernswert fand ich ein kleines Mädchen, welches nicht nur Gitarre spielte, sondern dazu sogar sang. Und das sogar richtig gut, obwohl sie erst seit sehr kurzer Zeit Unterricht nimmt. Man freut sich immer besonders Schüler mit so einem Talent kennenzulernen.

Schülerin spielt und singt Zombie
Schülerin spielt und singt Zombie

Eine Besonderheit bei diesem Weihnachtskonzert war mit Sicherheit auch die Tanzeinlage von einer Schülerin und Constantin. Zusammen baten sie zu einer Hintergrundmusik einen Tanz, der zwar nicht allzu kompliziert aussah, aber vermutlich alles andere als das war. Vor allem, weil Constantin ziemlich kurzfristig hierfür engagiert wurde.

Zwei Personen bei einer Balletteinlage
Die Balletteinlage

Anschließend folgte ein sehr langer Geigen-Part. In sehr vielen unterschiedlichen Konstellationen spielten alle Geigenschüler ihre Weihnachtslieder. Meiner Meinung nach hätte man an der Stelle durch weniger unterschiedliche Konstellationen ein wenig kürzen können. Schlecht war dieser Part aber trotzdem nicht.

Nicht viel später folgte die Bläsergruppe, mit der Constantin und ich die letzten Wochen mühsam geprobt haben. Die Samba Version von Jingle Bells war vielleicht ein wenig hoch angesetzt, aber letztendlich durchaus machbar. So konnten die zehn Bläser (Trompete, Horn, Saxophon und Posaune) das Publikum begeistern.

Die Bläsergruppe präsentiert Jingle Bells im Samba
Die Bläsergruppe präsentiert Jingle Bells im Samba

Wie beim letzten Konzert, hatte auch die Rap-Gruppe Rapflektion wieder ihren kleinen Auftritt und machte mit ihren Songs Decadencia und Cuando Pienso en Ti ordentlich Stimmung.

Die in diesem Prozess wieder eingeführte Jazz-Gruppe war auch echt erfolgreich mit ihrem Auftritt. Was ich bisher aus den Proben gehört hatte, habe ich nicht erwartet, dass das auf der Bühne dann so abgeht. Klang auf jeden Fall richtig nach Jazz.

Auftritt der Jazz Band
Auftritt der Jazz Band

Nun kam endlich das Highlight des Abends: Wir. Wie ich bereits am Anfang erwähnt hatte, haben wir aus Freiwilligen und einigen Ecuadorianern eine kleine Band zusammengestellt. Zwei unserer Stücke durften wir auch auf dem Konzert präsentieren. So rockten wir die Bühne mit Vicious Crown von Naked Superhero und Two Shoes von The Cat Empire. Hat wahnsinnig Spaß gemacht mit all den Kollegen zu musizieren und der Auftritt war auch auf jeden Fall ein kleiner Erfolg für uns. Schade, dass die Band nur projektmäßig bestand.

Auftritt unserer Band
Auftritt unserer Band

Den Abschluss gestaltete anschließend eine Cumbia-Band, die extra für das Konzert wiederbelebt wurde. Mit einem viertelstündigen Medley haben sie das komplette Publikum begeistert und letztendlich sogar zum Tanzen bewegt.

Die Cumbia-Band bewegt das Publikum zum Tanz
Die Cumbia-Band bewegt das Publikum zum Tanz

Fazit

Das Konzert kann man vor allem mit dem Adjektiv „lang“ beschreiben. Zu lang um wirklich immer konzentriert zuzuhören. Trotzdem bin ich gegen das Kürzen eines solchen Konzertes. Denn natürlich sollen möglichst viele Schüler ihr Können präsentieren dürfen. Was man gegen die Länge beim nächsten Konzert aber machen könnte, wäre das vermehrte Bilden von Schülergruppen. Die Schüler haben so mehr Spaß am Spielen und das Publikum beim Zuhören.

Dann leider aber ohne mich. Denn hiermit haben nun die Ferien begonnen, die bis zu meinem Abflug nach Deutschland andauern werden. Nicht mehr lange ist es. Jetzt wird gereist. Es soll auf den Cotopaxi gehen, den höchsten noch aktiven Vulkan der Erde, in die Tiefen des Urwalds und auf die Galapagos-Inseln. Bald dazu mehr.

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