Laguna Cuicocha – Campen am Kratersee

Als erste Vorbereitung für das Besteigen des Cotopaxis haben wir uns mit dem Zelt auf eine Übernachtung auf gute 3000m Höhe bei dem Kratersee Cuicocha begeben. So haben wir uns ein wenig akklimatisieren können und gleichzeitig ein kleines Abenteuer erleben dürfen. Denn die Anreise dorthin und auch die Temperaturen nachts waren etwas anders, als wir ursprünglich erwartet hätten.

Die Vorbereitungen

Nachdem wir uns in unserer Gastfamilie ein ausgiebiges Frühstück gegönnt haben, sind wir auch direkt los um unsere Vorräte für die Nacht beim Campen zu besorgen. Dafür liefen wir zum Supermarkt, kauften Brot, Wurst, Käse, Nudeln und etwas für eine einfache Soße ein. Das Zelt hatte Cons aus Deutschland mitgebracht, zwei Isomatten konnten wir uns von unserer Gastfamilie ausleihen und auch ein Schlafsack für Robin war auffindbar. Dann kann es ja losgehen.

Die Anreise

Uns wurde ja etwas von einer zwei Stunden Anreise erzählt. Letztendlich war es ein klein wenig länger. Gegen zwölf Uhr verließen wir das Haus um zwanzig Minuten auf den Bus zu warten. Dieser fuhr eine halbe Stunde aus dem Vorort in die Stadt Quito, wobei wir ein klein wenig zusammen Spanisch gelernt haben. In Quito angekommen stürzten wir uns in einen völlig überfüllten Bus um vom Süden Quitos in den Norden zu kommen. Und Quito ist eine ziemlich lang gestreckte Stadt. Also auch hierfür benötigten wir eine gute Stunde. Mit dem Taxi fuhren wir von der Endstation zum Busterminal für die Fernbusse. Auch dort warteten wir wieder eine halbe Stunde bis der Bus endlich los fuhr.

Gegen viertel vor fünf kamen wir endlich in einem Ort nahe des Kratersees an. Von dort schnappten wir uns ein Taxi und fuhren in Richtung des Reserva Ecólogica Cotacachi Cayapas. Wir plauderten mit dem Taxifahrer und erzählten, dass wir in diesem Park an dem See gerne campen möchten. Er meinte, geht klar, aber wenn wir den Park befahren, müssen wir sagen, dass wir eine Hotelreservierung haben, sonst kommen wir um diese Zeit nicht mehr rein. Alles klar, dann machen wir das halt so. Der Pförtner war nur leider nicht so einverstanden. Bis fünf Uhr kann jeder rein und erst ab sechs Uhr wieder die Hotelreservierungen. Es war natürlich zehn nach fünf.

„Aber wir haben doch eine Hotelreservierung. Können sie uns nicht reinlassen?“ – „Also gut, auf welchen Namen haben sie denn reserviert? Ah ok, ich ruf mal an.“ Anschließend ist er in sein Häuschen, kam kurz darauf wieder raus und meinte: „Alles klar, ihr könnt passieren.“ Wir hatten natürlich keine Hotelreservierung, aber anscheinend hatte jemand einen ähnlichen Nachnamen wie Constantin. Wie auch immer, so kamen wir jedenfalls in den Park rein.

Campen am Kratersee Cuicocha

Die Sonne ging bereits unter, also liefen wir schnell los um einen geeigneten Platz für unser Zelt zu finden. Nach ungefähr einer Stunde hatten wir auch etwas gefunden und schlugen sehr fix unser Zelt auf, da wir keine Lust hatten, das komplett im Dunkeln zu machen. Mit Cons Zelt war das aber schnell getan, worauf wir auch gleich mit dem Essen kochen anfingen.

 

Das Kochen stellte sich als nicht ganz so einfach heraus. Obwohl wir nur Nudeln mit ein wenig Gemüse und einer Sahnesoße machen wollten, ist uns das ein wenig missglückt. Wir saßen zu dritt mit unseren Stirnlampen um den kleinen Gaskocher und sahen zu, wie unsere Nudeln sich auflösten. Zusammen mit der Soße waren sie letztendlich mehr oder weniger genießbar, aber ich habe auf jeden Fall schon bessere Nudeln gegessen.

Robin und Constantin kochen im Dunkeln über dem Gaskocher
Kochen im Dunkeln

Anschließend hatten wir noch zu viel Energie, schließlich hatten wir ja noch fast nichts getan. Also haben wir uns mit unseren Stirnlampen noch auf einen kleinen Spaziergang begeben. Die Stille, die an manchen Stellen zu vernehmen war, war gigantisch. Keine Menschenseele, kein Auto, nichts, was Krach macht. Einfach nur das leise Rauschen des Winds und die funkelnden Sterne am dunklen Nachthimmel. Der Spaziergang hatte sich auf jeden Fall gelohnt.

 

Jetzt aber ab ins Bett, so langsam werden wir doch mal müde. Und kalt wird es auch. Wir sind bereits mit zwei Pullis gelaufen und freuten uns jetzt alle, uns in die warmen Schlafsäcke zu kuscheln. Ziemlich schnell sind wir dann auch direkt ins Land der Träume verschwunden. Aber pünktlich zum Sonnenaufgang hatten wir uns natürlich einen Wecker gestellt. Den hätten wir uns allerdings auch sparen können, denn es war so neblig, dass man rein gar nichts sehen konnte. Also wieder ab ins Bett.

Wir drei vor unserem Zelt
Mit den Jungs beim Campen

Gegen acht hieß es dann aufstehen. Wir haben uns ein entspanntes Frühstück gemacht, bis endlich die Sonne ein wenig herauskam und die Wolken sich verzogen haben. Ein paar Fotos später begaben wir uns endlich auf die restlichen 10km unserer Tour. Es war keine schwere Tour, aber wegen des guten Gepäcks und der noch ungewohnten Höhe teilweise doch recht anstrengend.

Der Kratersee Cuicocha
Der Kratersee

Zum Ende hin wurde die Tour aber immer angenehmer. Eigentlich war ja auch ein Sprung in den See geplant, doch das wurde leider nichts, da der Weg immer am Kraterrand verlief, der nun einmal deutlich höher wie der See lag. Bis zum Wasser hin kamen wir leider nicht.

Robin und Constantin laufen plaudernd
Rob und Cons plaudern

Zwischendrin auf der Wanderung kamen sogar richtige Heimatsgefühle auf. Die Berge ähnelten den Alpen, wir liefen durch kleine Nadelwälder, sahen die Kühe grasen und die Bauern arbeiteten auf den Feldern. Schaute man jedoch in die andere Richtung, sah man wieder den Kratersee Cuicocha, welcher wiederum so weit entfernt von der Heimat ist.

Die Heimfahrt

Wieder am Ausgangspunkt fragten wir den Pförtner (diesmal ein anderer), ob hier irgendein Wagen nach unten in den nächsten Ort fährt. Den gab es zwar nicht, aber dafür wurde uns ein Taxi gerufen. Dieser fuhr uns, auf seine Empfehlung, zu einem Chifa (chinesisches Restaurant) in der Nähe vom Busterminal, wo wir uns einmal sättigten, bis wir fast platzten.

Anschließend ging es auf dem selben Weg der Hinreise wieder zurück nach Quito und in unsere Wohnung. Ziemlich fertig kamen wir schließlich abends wieder an. Die Anfahrt hatten wir uns doch ein wenig anders vorgestellt. Für diese doch relativ kurze Tour war das drumherum ganz schön aufwendig. Trotzdem war es sehr cool, mal an einem Kratersee gezeltet zu haben und die Tour war auf jeden Fall wunderschön.

Ziemlich erschöpft vielen wir nach einem ausgiebigen Billiardtournier in unsere Betten. Denn am nächsten Tag sollte es bereits in Richtung des Nationalparks Cotopaxi gehen um dort weitere Akklimatisierung in der Höhe vorzunehmen.

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