Vier Tage Campen im Regenwald

Nachdem wir uns nach der chaotischen Anfahrt ein wenig ausgeruht haben, begannen wir am 05.01., einen Tag verspätet, mit der geplanten Dschungel-Tour. Vier Tag campten wir mit unserem Führer Fernando an einem See mitten im Wald und machten täglich von sechs Uhr in der Früh bis neun Uhr abends Touren um den Regenwald besser kennenzulernen.

Tag 1

Fernando holte uns in der Früh von unserem Hotel ab und zusammen fuhren wir mit seinem Boot auf einen kleinen Fluss tiefer in den Dschungel hinein. Bei einer Kontrollstelle machten wir Halt, registrierten unseren Aufenthalt im Parque Nacional Yasuní und begaben uns anschließend von hier auf eine kleine erste Tour. Zweieinhalb Stunden im Wald und wir sahen bereits zwei Affenarten und ein paar andere kleinere Tiere.

Drei Jungs im Boot
Drei Jungs im Boot

Hier bekamen wir auf jeden Fall einen guten ersten Eindruck von dem Urwald. Den Bäumen, Pflanzen, Tieren, der gesamten Atmosphäre. Denn nicht nur die Tiere sind hier interessant. Auch die Pflanzenvielfalt ist enorm.

Wir vor einem riesigem Baum
Riesen Baum

Zurück von der kleinen Wanderung erwartete uns bereits das fertige Mittagessen, dass die Freundin von Fernando inzwischen gekocht hatte. Gesättigt fuhren wir nun mit dem Boot weiter. Hier trafen wir weitere Vögel, aber auch einen Affen an. Er sah zwar nicht so hundertprozentig wie ein Affe aus, aber das macht ja nichts.

Schwarzer Affe im Baum
Schwarzer wuscheliger Affe

Später kamen wir zu der Laguna Jatuncocha, wo wir unser Lager aufschlugen und die nächsten Tage verbringen würden. Da es genug gab, bekam jeder sein eigenes Zelt, was im Nachhinein aufgrund der Hitze und dem doch recht begrenzten Platz sehr nötig war. Fernando und seine Freundin schliefen auf dem Boot unter einem Mückennetz.

Das Dschungel-Lager
Das Dschungel-Lager

Da es bereits recht spät war, begaben wir uns auf keine weitere Wanderung, machten uns aber mit dem Boot noch einmal auf den Weg. So sahen wir weitere Tiere, vor allem Vögel. Hiervon gab es genug, in allen Farben und Formen.

Vogel auf einem Baum
Ein cooler Vogel (Name vergessen)

Plötzlich gab Fernando mit dem Boot Vollgas. Er muss etwas gesehen haben. Einen knappen Kilometer fuhr er weiter geradeaus. Als wir dann da waren, sahen wir auch, was er gesehen hatte. Kapuzineraffen. Keine Ahnung, wie er aus einer so großen Entfernung das Tierchen erkennen, geschweige denn die Affenart benennen konnte.

Kapuzineraffe
Einer der frechen Kapuzineraffen

Anschließend genossen wir den Sonnenuntergang auf dem Boot und fuhren zurück zu unserem Lager. Hier wartete bereits das fertige Abendessen auf uns. Den restlichen Abend verbrachten wir dann mit ein wenig Musizieren. Denn unsere Reiseinstrumente hatten wir natürlich alle dabei: Mundharmonika, Melodika, Plastiktrompete und den Körper als Percussion. Doch nicht mehr zu lange waren wir draußen. Denn am nächsten Tag wollten wir früh aufstehen. Demnach ging es auch früh ins Bett.

Tag 2

Halb sieben in der früh, wir krochen gerade aus unseren Zelten, da hörten wir plötzlich ein Platsch. Kurz darauf tauchte Fernando mit einem großen Fisch in seiner Hand auf, den er soeben mit einer Lanze gefangen hatte. „Unser Mittagessen“ meinte er. Verrückter Kerl.

Fernando mit einem Fisch
Fernando mit einem Fisch

Jetzt aber los, wir duften nicht zu spät ankommen. Das jetzige Ziel war nämlich ein Baum, ungefähr eine Stunde mit dem Boot entfernt. Ein Baum mit Papageien. Also wir uns langsam heranschlichen, bekamen sie leider ein wenig Angst und verschwanden. Aber Fernando war zuversichtlich, dass sie wieder kamen. Na dann warten wir. Wir warteten eine dreiviertel Stunde und tatsächlich, die Papageien landeten wieder auf dem Baum und begannen zu essen. Bis auf einen grünen, gab es ausschließlich blaue Papageien. Die roten mussten wir wann anders und wo anders nochmal suchen.

Blaue Papageien an einem Baum
Blaue Papageien am Futtern

So langsam meldeten sich unsere Mägen. Wir fuhren zurück und aßen das bereits vorbereitete, viel zu leckere Frühstück. Mit den vollen Bäuchen verließen wir mit dem Boot erneut unser Lager für eine kleine Wanderung. Diesmal waren wir leider nicht sehr erfolgreich mit vielen Tieren. Dafür haben wir einen Tukan sehen können.

Ein Tukan auf einem Baum
Ein Tukan

Außerdem zeigte Fernando uns eine spezielle Liane. Er kratzte etwas davon ab und gab jedem ein paar der Späne. Wir sollten drauf herumkauen und es anschließend wieder ausspucken. Es soll wohl sehr gut gegen Magenbeschwerden helfen. Gut geschmeckt hat es allerdings nicht wirklich.

Fernando erklärt die Liane
Fernando erklärt die Liane

Nach einem sehr guten Mittagessen mit dem frisch gefangenem Fisch vom Morgen machten wir uns auf einen etwas entspannteren Nachmittag. Diesmal war Fischen angesagt. Genauer: Fischen von Pirañas. Denn irgendwas brauchen wir ja für unser Abendessen. Constantin war gleich sehr erfolgreich. Der Rest fing leider nur zu kleine Fische. Auch nach mehrfachem Ortswechsel hatten wir nicht mehr Erfolg. Als uns das Fleisch zum Anlocken der Fische ausging, nahmen wir uns einen kleinen Piraña, zerlegten diesen und angelten mit diesem als Köder weiter. Die anderen Pirañas aßen tatsächlich sogar ihren eigenen Artgenossen.

Constantin mit einem Piraña
Stolzer Constantin mit einem Piraña

Nachdem die Freundin von Fernando auch noch einen gefangen hatte, konnten wir bei dem Abendessen zumindest alle einmal probieren. Gut geschmeckt hat er ja, den zu fangen war aber ein ganz schöner Aufwand und viel Fleisch gab der leider nicht her. Aber nicht so wild, denn wir hatten ja auch noch genug anderes Essen dabei.

Auf einem Fluss im Regenwald
Mitten im Regenwald

Das Abendprogramm war die Suche von Kaimanen. Mit dem Boot fuhren wir übers Wasser und leuchteten mit unseren Taschenlampen an die Ufer. Die Augen der Kaimane glänzen nämlich im Licht, weshalb sie so sehr einfach zu finden sind. Kaum hatten wir einen gefunden, fuhren wir darauf zu. Fernando schaute ins Wasser. Plötzlich beugte er sich runter, griff ins Wasser. Wir erschreckten uns ein wenig, dachten er wäre ausgerutscht oder ein Kaiman hätte ihn angegriffen. Stattdessen zog er einen Kaiman aus dem Wasser. Nicht sehr groß, nur zehn Jahre alt, beeindruckend war es trotzdem.

Ich mit einem Kaiman
Ich mit einem Kaiman

Tag 3

Mit dem Sonnenaufgang standen wir auf. Heute wollten wir Vögel besichtigten. Hierfür fuhren wir eine gute Weile mit dem Boot durch teils sehr enge Passagen. Fernando hatte es aber richtig drauf und fuhr mit seinen Manövern leicht ans Ziel. Hier gab es jede Menge an Vögeln. Leider haben wir nichts wirklich neues mehr gesehen. Alle Vögel kannten wir bereits. Trotzdem war es schön ihnen bei ihrem Treiben zuzuschauen.

Zwei sich küssende Vögel
Zwei sich küssende Vögel

Von unserem kleinen Ausflug zurück gab es ein super Frühstück. Uns wurden Pancakes gemacht. Pancakes im Dschungel. Viel besser konnte es uns hier nicht gehen. Anschließend zischten wir wieder mit dem Boot los zu einer weiteren Wanderung.

Die Gruppe marschiert durch den Wald
Marschieren durch den Wald

Zu Beginn erzählte Fernando einiges über Pflanzen und wofür sie alles gut sind. Hier fanden wir heraus, dass seine Eltern Schamanen waren. Von ihnen hatte er wohl viel gelernt und gibt das Wissen nun an alle seine Touristen weiter.

Drei Jungs mitten im Regenwald
Klettern auf einen Baum

Die diesige Wanderung war etwas matschiger, die Gummistiefel noch viel nötiger als bisher. Bis das Wasser und der Matsch uns schon fast oben in die Schuhe lief, so tief standen wir drin. Einen kleinen Teil mussten wir sogar rennend bewältigen um nicht zu versinken.

Robin marschiert durch den Matsch
Durch den Dschungel-Matsch marschierend

Nach dem Mittagessen begaben wir uns schließlich auf Delfinjagd. Zumindest um ein paar Fotos zu schießen. Doch so richtig erfolgreich waren wir leider nicht. Delfine haben wir viele gesehen und manche ließen sich autch richtig zeigen, sodass man ihre rosa Haut erkennen konnte. Für gute Fotos waren wir jedoch ein wenig zu langsam.

Ich beim Fotografieren
Ich versuche Delfine zu fotografieren

Den Sonnenuntergang genießend tuckerten wir mit dem Boot wieder nach Hause. Ein wenig Fotosession konnten wir da nicht sein lassen. Denn wie oft ist man schon mit einem Boot bei Sonnenuntergang auf einem Dschungelsee unterwegs?

Ich vor dem Sonnenuntergang im Dschungel
Sonnenuntergang

Vom Abendessen gesättigt, machten wir uns noch einmal auf zum Fischen. Am nächsten Mittag sollte es nämlich Fisch geben. Diesmal zogen wir jedoch nicht mit einer Angel los, sondern mit einer Lanze. Mit Taschenlampen suchten wir vorsichtig schlafende Fische im seichten Ufergewässer. Mit der Lanze näherten wir uns dann um sie mit einem Ruck abzustechen. Ganze sieben Fische fingen wir zusammen, sodass wir zufrieden zurückkehren konnten und gut schliefen.

Tag 4

Den Morgen begannen wir mit einer kleinen Tour durch den Wald, einfach um noch mehr Tiere zu sehen. Doch leider waren wir hier nicht sehr erfolgreich, weshalb wir schließlich wieder zum Frühstück zurückkehrten. Tobias wollte unbedingt noch rote Papageien sehen. Also hatte Fernando kurzfristig noch eine Idee, wo wir nach diesen suchen könnten.

Gruppenbild vor dem Boot
Gruppenbild vor dem Boot

Wir fuhren sehr weit in den Süden. Hatte Fernando uns nicht eigentlich gesagt, dass man nicht so weit darf, weil es hier noch Indianer bzw. Ureinwohner gibt? Die einen eigentlich nicht treffen wollen und ggf. auch umbringen würden? Naja, der wird schon wissen, was man machen kann und was nicht. Also begaben wir uns auf eine weitere kleine Wanderung. Doch leider waren wir sehr zur Enttäuschung Tobias mit den Papageien nicht sehr erfolgreich. Dafür zeigte Fernando uns eine besondere Liane. Er schnitt ein großes Teil davon ab und ließ uns aus dem heraustropfenden Wasser trinken. Wenn ich mich mal im Dschungel verlaufen sollte, weiß ich jetzt schon einmal, wie ich nicht verdurste.

Robin trinkt aus einer Liane
Robin trinkt Wasser aus einer Liane

Auch die letzte Tour neigte sich ihrem Ende zu. Wir packten unsere Sachen und fuhren wieder in Richtung Nuevo Rocafuerte. Die Zeit im Dschungel verging viel zu schnell, wobei wir mehr Tage vermutlich gar nicht mehr geschafft hätten. Dieses doch sehr volle Programm hatte uns immer ganz schön fertig gemacht.

Gruppenbild im Regenwald
Die Abenteurer

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Fernando und seine Freundin, die uns diese Tour so schön und erlebnisreich gemacht haben. Ich würde die Tour auf jeden Fall wieder antreten. Wenn jemand Interesse haben sollte, schreibt mich einfach an. Ich stelle dann den Kontakt her.

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